SPD Wilmersdorf-Süd

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Am Puls der Zeit – Stadtentwicklung und Bauprojekte in der Abteilung, 3. Mai 2022

Veröffentlicht am 12.05.2022 in Abteilung

"1. Termin „Stadtentwicklungsblock“ als gemeinsame Mitgliederversammlung mit Abteilung 96. Mit Bezirksstadtrat Fabian Schmitz-Grethlein und Stephan Allner (Geschäftsführer DIE WOHNKOMPANIE Berlin GmbH & Co. KG)"

Ort: BRH Generalplaner GmbH in der Mecklenburgischen Straße

Beginn 19:10

TOP 1 – Einleitung, Abteilungsvorsitzender Schmargendorf

Nach anfänglichen Herausforderungen, den Veranstaltungsort und dann einen ausreichend großen Raum zu finden, eröffnet der Vorsitzende der Abteilung 96 Schmargendorf, Philipp Mühlberg, die gemeinsame Sitzung als Quasi-Ortstermin. Er begrüßt den Gast, Bezirksstadtrat Fabian Schmitz-Grethlein und referiert kurz Kriterien einer sozialdemokratischen Stadtentwicklungspolitik: Diese müsse vorausschauend sein, etwa beim Thema Mietpolitik. Auf allen politischen Ebenen besetze die SPD im Bereich der Stadtentwicklung nun die Ressorts – vom Bezirk bis zum Bund. Daraus müsse nun Politik gemacht werden, diese Chance gelte es trotz aller Herausforderungen zu nutzen.

TOP 2 – Vision Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung

Fabian Schmitz-Grethlein betont ebenfalls die Verantwortung der SPD für Stadtentwicklung auf allen Ebenen. Insbesondere aber das Bundesrecht sei elementar. Er strebe insgesamt einen ebenübergreifenden Austausch an. Großes Ziel seiner Amtszeit werde der Wohnungsbau sein: Es gelte bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der zudem eine soziale Durchmischung aufweise. Dazu favorisiere er das Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung oder genossenschaftliches Bauen – immer mit einem Anteil sozialer Wohnungen. Auch der Druck auf das Gewerbe wachse stetig, insbesondere in Charlottenburg-Wilmersdorf herrsche große Nachfrage.

Der Bezirk sei weitgehend bebaut, sodass ein Schwerpunkt auf der Nachverdichtung liege. Dies berge Konflikte. Es müsse ein Ausgleich zwischen der zu erwartenden Veränderung und dem Zuzug nach Berlin und den Bestandsinteressen geschaffen werden. Trotz aller bekannten Grenzen wachse der Bezirk stetig. Zugleich habe der Flächenbedarf pro Kopf deutlich zugenommen.

Große Potentiale lägen in den Grundstücken, die derzeit nur eingeschossig bebaut seien. Neben dem Wohnungsbau solle aber auch die soziale Infrastruktur integriert beziehungsweise nachgerüstet werden. Wichtig seien bei allen Vorhaben auch Klimaaspekte wie mehr Stadtgrün und Entsiegelung. Das klassische Instrumentarium sei jedoch begrenzt, es bedürfe daher auch neuer Ideen.

Ziel sei eine intensivere Nutzung der vorhandenen Flächen. Stadtentwicklung solle vorausschauender werden und ihren bisher reaktiven Charakter ablegen. Diese Ansätze unterstütze auch der Senat.

TOP 3 – Projektvorstellung „Gewerbehöfe GoWest“ durch Stephan Allner (Geschäftsführer DIE WOHNKOMPANIE Berlin GmbH & Co. KG)

Stephan Allner berichtet vom Projekt „Gewerbehöfe GoWest“: Ende 2012 habe Reemtsma die Produktion verlagert, 2016 habe DIE WOHNKOMPANIE das 7,3 Hektar große Areal erworben. Entstehen sollen hier Gewerbeflächen in 13 Gewerbeblöcken, insbesondere auch für Handwerk. Bereits heute seien 450 Arbeitsplätze entstanden, im Endzustand sollen 10.000 Arbeitsplätze existieren. Die Erschließung für motorisierte Verkehre erfolge unterirdisch, bezüglich eines Radwegs seien die Entwickler noch in engem Austausch mit der Politik.

Im Mai 2022 beginne der Tiefbau im Norden des Geländes. Der Umwelt werde auf verschiedene Weisen Rechnung getragen. Einerseits durch die Ziegeloptik, durch 15.000 Quadratmeter aufgeständerte Solarpaneele und eine Dachbegrünung als Regenwasserschwamm. Auf den Dächern solle dann eine Gärtnerei wirtschaftlich arbeiten können, in der kälteren Jahreshälfte mit der Abwärme aus dem Rechenzentrum.

Das Projekt sei auf circa zehn Jahre ausgelegt, die Baukosten seien derzeit schwer abzusehen, da Verfügbarkeit und Preis der Baumaterialien schwankten.

TOP 4 – Einzelprojekte des Bezirksstadtrats

Im Folgenden benennt Fabian Schmitz-Grethlein einzelne Bauprojekte in den Abteilungsgebieten. Wilmersdorf Süd und Schmargendorf seien eher Randlagen und daher erst jetzt im Fokus.

Die Entwürfe der Bebauung der Cornelsenwiese begrüßt er: 113 Wohnungen entstünden durch Nachverdichtung, ein Drittel sei mietpreisgebunden und knapp die Hälfte familiengeeignet.

Nebenan entstünden mit „New West“ in drei Abschnitten 220 Wohnungen, davon ein Drittel als kooperative Baulandentwicklung. Das bisherige Trafohaus weiche diesem Projekt.

Der zweite Bauabschnitt des Maximiliansquartiers werde im Laufe des Jahres inklusive der KiTa fertig.

Gewerbeprojekte am Heidelberger Platz hin zur S-Bahn würden entwickelt und damit eine Aufwertung insgesamt angestrebt.

Das Bosch-Areal an der Forckenbeckstraße solle künftig auch verdichtet werden. Hier stünden die Überlegungen aber noch ganz am Anfang. Für die gesamte Forckenbeckstraße bestehe der BVV-Auftrag einer Gesamtbetrachtung.

Die Kolonie Mannheim sei kein ausgewiesener Kleingarten, sondern eine Heimstätten-Genossenschaft. Für die dort entstandenen Immobilien liege ein Räumungsbeschluss vor. Es gebe zwei Optionen: Entweder es erfolge ein gemeinwohlorientierter Verkauf des Geländes und einem Moratorium oder die Flächen würden in Kleingärten umgewandelt mit einem entsprechenden Rückbau der Häuser.

Beim Brückenrückbau am Breitenbachplatz werde zurzeit diskutiert, bis wohin abgerissen werden solle. In jedem Fall das Teilstück über den Platz, wodurch etwas Raum für Wohnungen und bessere Verkehre sowie Grünanlagen entstünde.

Er habe auch das Gespräch mir EDEKA aufgenommen zur Entwicklung deren Fläche an der Mecklenburgischen Straße.

Als Kuriosum berichtet er von einem herrenlosen Grundstück in der Wiesbadener Straße, bei dem nun ein Bebauungsplan aufgesetzt werde.

Fabian Schmitz-Grethlein betont abschließend sein offenes Ohr.

TOP 5 – Fragen und Diskussion

In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde geht es zunächst um die Sanierung der Schlange, deren Ausgleichswohnungen aber wahrscheinlich nicht in den neuen Wohnungen der Cornelsenwiese bestünden.

Zum Mobilitätskonzept von „Gewerbehöfe GoWest“ wird erläutert, dass der Verkehr mitgedacht werde. Der Parkplatzschlüssel sei niedrig, ein Mobilitätskonzept bestehe, insbesondere im Hinblick auf den nahen Heidelberger Platz. Die Aufenthaltsqualität des Platzes selbst solle aufgewertet werden. Zur Versiegelung des Geländes „GoWest“ heißt es, dass im Vergleich zur bisherigen Bebauung sogar eine Entsiegelung stattfinde.

Die Anpassung der BVG-Linie 115 durch die Forckenbeckstraße komme. Insgesamt sei der Straßenraum der Forckenbeckstraße umzuplanen, auch hinsichtlich Fußüberquerungen.

Verdichtungen sollen in die Höhe und nicht in die Fläche gehen.

TOP 6 – Sonstiges

Nach der Diskussion besteht die Möglichkeit auf der Dachterrasse das beräumte Reemtsma-Gelände zu betrachten und ins Gespräch zu kommen.

Die Mitgliederversammlung endet gegen 21 Uhr.

 

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Florian Dörstelmann

 

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